Almschwenden in der Kleinsölk im Fernsehen
Heute um 19 Uhr wird die Wetterübertragung von „Steiermark Heute“ aus der Kleinsölk ausgestrahlt. Mit dabei ist auch die Mittelschule Stein an der Enns, die das Thema „Almschwenden in der Schule“ präsentiert.
Ein schöner Beitrag über gelebte Tradition, den Erhalt unserer Kulturlandschaft und das Engagement der jungen Generation für unsere Almen.
Naturpark Sölktäler und Öblarn: Schwenden als Schlüssel zur Almlandschaft – Schüler:innen packen an
Stein Enns, Öblarn 07.07.2026;
Schüler packen für die Almen an – Schwendaktion in der Kleinsölk und in Öblarn
Wer die malerischen Almlandschaften der Sölktäler kennt und liebt, verdankt ihren Anblick einer alten, aber unverzichtbaren Pflegemethode: dem Schwenden. Darunter versteht man das gezielte Schneiden von kleinen Bäumen, Gebüsch und Zwergsträuchern sowie das Entfernen des anfallenden Materials – eine der wichtigsten Almpflegemaßnahmen im Alpenraum.
Ohne regelmäßiges Schwenden würden Büsche, Latschenkiefern die Futterpflanzen binnen kürzester Zeit verdrängen. Besonders auf nicht mehr beweideten Flächen gewinnt das Schwenden zunehmend an Bedeutung – ohne Eingriff würden diese innerhalb weniger Jahre vollständig zuwachsen. Es sichert damit das Landschaftsbild, das Tourismus und Erholung prägt, und leistet einen entscheidenden Beitrag zur Artenvielfalt und zum Erosionsschutz.
Damit dieses Wissen lebendig bleibt, fand am 7. Juli bereits zum zweiten Mal eine Schwendaktion mit der Naturparkschule Stein/Enns statt. Nach dem Auftakt im Jahr 2025 kehrten die Schüler heuer wieder in die Praxis zurück. Zeitgleich wurde sowohl auf der Zauneralm in der Kleinsölk als auch im Raum Öblarn/Walchen geschwendet. So konnten an zwei Standorten wichtige Pflegemaßnahmen umgesetzt und den Kindern die Bedeutung dieser traditionellen Arbeit unmittelbar vermittelt werden.
In Öblarn packte auch Bürgermeister Franz Zach tatkräftig mit an und unterstützte die Schwendaktion persönlich. Sein Einsatz unterstrich die Bedeutung des gemeinsamen Engagements von Gemeinden, Grundeigentümern, Land- und Forstwirtschaft sowie der jungen Generation für den Erhalt der alpinen Kulturlandschaft.
Mit einer zusätzlichen Frage im Gepäck gingen die Schüler ans Werk: Warum tue ich das hier gerade? Was passiert, wenn niemand mehr kommt?
Die Antworten erlebten sie hautnah. Sie sahen, wie schnell Natur „kippt“ – wie aus einer offenen, blütenreichen Almwiese in wenigen Jahren ein dichtes Dickicht werden kann. Sie begriffen, dass die Landschaft, die sie als selbstverständlich erleben, kein Zufallsprodukt ist, sondern das Ergebnis jahrzehntelanger, geduldiger Arbeit. Und dass es an ihnen liegt, ob sie in zwanzig Jahren noch so existiert.
Mit jedem Ast, den sie schnitten, leisteten sie einen echten Beitrag: für offene Weiden, für Artenvielfalt und für eine alpine Kulturlandschaft, die sonst still verschwinden würde. Sie unterstützten Almbäuerinnen und Almbauern, Waldbesitzer sowie Wegehalter – und nahmen etwas mit, das kein Schulbuch ersetzen kann: das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden.
Den würdigen Abschluss bildete eine gemütliche Jause mit frischen Roggenkrapfen, Steirerkas g.U. oder Honig – eine wohlverdiente Belohnung für einen Tag voller Einsatz, Teamarbeit und neu gewonnenem Wissen.